Dienstag, 14. April 2026 Fledermäuse machen rund ein Drittel aller einheimischen Säugetierarten aus – dennoch werden sie von der Bevölkerung kaum wahrgenommen. Mit der Aktion «Lebendige Nacht: Fledermäuse und Glühwürmchen im Kanton Thurgau» untersucht das Projekt «Wilde Nachbarn Thurgau» gemeinsam mit Freiwilligen, welche Fledermausarten im Siedlungsraum vorkommen und wo Glühwürmchen leben. Interessierte können sich ab sofort auf der Aktionsseite über das Projekt informieren. In der Schweiz sind 30 Fledermausarten heimisch, von denen viele auch in Siedlungsgebieten leben. Gleichzeitig sind Fledermäuse stark bedroht: Mehr als die Hälfte der Arten steht auf der Roten Liste. Zu den wichtigsten Gefährdungsfaktoren zählen Lichtverschmutzung, Lebensraumverlust sowie der Rückgang von Insekten als Nahrungsquelle. Gerade im Siedlungsraum spielt künstliches Licht eine zentrale Rolle und beeinflusst, welche nachtaktiven Tiere sich noch wohlfühlen. Welche Fledermäuse flattern durch die Nachbarschaft? Da Fledermäuse nachtaktiv sind und im Flug nur schwer bestimmt werden können, setzt das Projekt auf bioakustische Methoden. Wir suchen Freiwillige, die im Sommer 2026 im eigenen Garten, auf dem Balkon oder in Grünräumen rund ums Haus während einer Nacht Ultraschallaufnahmen durchführen möchten. Diese Aufnahmen ermöglichen, Fledermausarten zu bestimmen und ihre Lebensraumansprüche besser zu verstehen. Alle Informationen zum Mitmachen sind auf thurgau.wildenachbarn.ch zu finden. Mehr Dunkelheit für die Lebewesen der Nacht Viele Fledermausarten meiden hell beleuchtete Bereiche, wodurch für sie der menschlich geprägte Raum immer weniger bewohnbar wird. Auch für Glühwürmchen ist die Dunkelheit überlebenswichtig. Glühwürmchen leuchten hauptsächlich in den Monaten Juni und Juli und sind an vielfältigen Waldrändern sowie naturnah gestaltete Gärten und Parkanlagen zu finden. Kennen Sie einen Ort im Thurgau, wo Glühwürmchen noch vorkommen? Melden Sie Ihre Beobachtung auf Wilde Nachbarn Thurgau. Wir sind zusammen mit dem WWF Ost und Walter Zoo interessiert an Standorten, wo die Leuchtkäfer noch vorkommen. Informationsanlass in Weinfelden Am 12. Mai um 18.30 Uhr findet im Pro Natura Haus in Weinfelden ein Informationsabend statt. Dort erfahren Interessierte, wie sie mitmachen können, und erhalten Einblicke in die faszinierende Welt der Fledermäuse und anderer Nachtlebewesen. Melden Sie sich gerne auf thurgau.wildenachbarn.ch für den Anlass an. Mit dem Projekt möchte Wilde Nachbarn Thurgau die Bevölkerung für Fledermäuse und andere nachtaktive Wildtiere begeistern und gemeinsam Grundlagen für konkrete Fördermassnahmen – insbesondere zur Reduktion von Lichtverschmutzung – erarbeiten. Verein StadtNatur Das Projekt Wilde Nachbarn Thurgau des Vereins StadtNatur wird von Pro Natura Thurgau, BirdLife Thurgau, dem Naturmuseum Thurgau, dem WWF Thurgau, der Stadt Romanshorn sowie der Thurgauische Naturforschenden Gesellschaft getragen. Es macht Wildtiere im Thurgau erlebbar und möchte mithelfen, Wissenslücken über ihre Verbreitung zu schliessen. Auf thurgau.wildenachbarn.ch können Wildtierbeobachtungen gemeldet werden. Dort finden sich zudem viele hilfreiche Informationen über einheimische Wildtiere. Links Aktionsseite: thurgau.wildenachbarn.ch/fledermaus_TGAnmeldung Informationsanlass: https://thurgau.wildenachbarn.ch/Infoanlass_WNTG_2026 Rückfragen Katja RauchensteinWilde Nachbarn Thurgau+41 44 500 41 28thurgau@wildenachbarn.ch Bilder Die nachfolgenden Bilder stehen für den Gebrauch im Zusammenhang mit der Medienmitteilung bei korrekter Zitierung der Bildautoren kostenfrei zur Verfügung. In der Schweiz gibt es 30 verschiedene Fledermausarten, hier ein Braunes Langohr (Plecotus auritus) im Flug. © Marko König / swild.ch Beim Grossen Glühwürmchen leuchten nur die flugunfähigen Weibchen. © quentin / nosvoisinssauvages.ch AudioMoths sind spezielle Aufnahmegeräte, welche die Fledermausrufe aufnehmen können. Die Analyse dieser Rufe ermöglicht die nachträgliche Bestimmung der Fledermausarten, die an diesem Standort durchgeflattert sind. © Johanna Mattenklodt / wildenachbarn.ch Viele Wohnsiedlungen sind stark ausgeleuchtet und die natürliche Dunkelheit ist in der Schweiz selten geworden. Dadurch geraten lichtscheue Tiere zunehmend unter Druck. © Julia Felber / wildenachbarn.ch