Osterhase, Feldhase und Co.

10.04.2020, Anouk Taucher
Dem Osterhasen begegnet man in der Osterzeit auf Schritt und Tritt. Doch wann haben Sie das letzte Mal einen echten Feldhasen beobachtet? Begegnungen mit ihm sind selten geworden, denn er ist in der Schweiz gefährdet und seine Bestandeszahlen sind gebietsweise rückläufig.
Meister Lampe entdeckt?

Meister Lampe ist die oft verwendete Bezeichnung für den Hasen in Fabeln und Märchen. In der Jägersprache bezieht sich die Lampe auf den weissen Teil am Schwanz des Feldhasen, der besonders beim Davonhoppeln gut sichtbar ist. Die Bestandeszahlen von Meister Lampe scheinen in vielen Teilen Europas rückläufig zu sein. Besonders die hohe Sterblichkeit der Junghasen ist ein Problem. Behaart und sehend kommen sie zur Welt und werden von der Mutter am Boden, ohne Nest, aufgezogen. Sie verbringen den grössten Teil des Tages alleine, denn die Mutter kommt nur ein bis zwei Mal pro Tag zum Säugen vorbei. Die grösste Gefahren für die wehrlosen Junghasen sind nasses Wetter, Landmaschinen und Raubtiere.  

Zwei Feldhasen auf einem Schotterweg, im Hintergrund Häuser
Feldhasen können auch im Siedlungsraum mit etwas Glück beobachtet werden.
Den Hasen auf der Spur

Hasen sind dämmerungs- und nachtaktiv, können ab und zu aber auch tagsüber beobachtet werden. Selbst wenn man den Feldhasen nicht selbst sieht, können Spuren seine Anwesenheit verraten. Die Pfotenabdrücke (oder auch Trittsiegel genannt) des Feld- und Schneehasen sind sehr typisch. Die Hinterpfoten werden nebeneinander und vor den Vorderpfoten platziert, die hintereinander abgesetzt werden. Leicht zu identifizieren sind auch die kleinen Kotpillen von 15-20 mm Durchmesser.

Hasenspuren im Schnee
Die typischen Schneespuren beweisen Anwesenheit von Hasen. Die Spuren von Feld- und Schneehasen können jedoch kaum unterschieden werden.
Ein Feldhase bei der Fellpflege
Die langen und kräftigen Beine des Feldhasen ermöglichen es ihm, Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 70 km/h zu erreichen.
Kein Nagetier

Der Feldhase ist kein Nagetier, wie zum Beispiel Mäuse, Eichhörnchen oder der Biber, sondern gehört zur Ordnung der Hasenartigen (Lagomorpha).  Verschiedene morphologische Eigenschaften wie Schädelaufbau, Bezahnung und Bau der Hinterbeine unterscheiden die Nagetiere und die Hasenartigen. In der Schweiz gibt es vier Vertreter in der Gruppe der Hasenartigen: Den Feldhasen, den Schneehasen, das Wildkaninchen und das eingeführte Baumwollschwanzkaninchen.

Der Feldhase und seine Verwandten

Der Feldhase ist mit drei bis fünf Kilo Körpergewicht der grösste Vertreter der Hasenartigen bei uns. Der etwas kleinere Schneehase zeichnet sich durch sein weisses Winterfell aus und bewohnt höhere Lagen (über 1500 m ü. M.) als der Feldhase (bis auf 1800-2000 m ü. M.). Im Überlappungsgebiet kann es jedoch zu Verpaarungen zwischen den zwei Arten kommen.

Das Wildkaninchen, die Stammform aller Hauskaninchen, lebt in der Schweiz nur noch in isolierten Vorkommen im Mittelwallis und bei Basel. Das Baumwollschwanzkaninchen stammt ursprünglich aus Nordamerika, wurde in Italien ausgesetzt und kommt nun in den südlichen Tälern des Tessins vor.

Ein Schneehase sitzt auf einem Feldweg
Der Schneehase im braunen Sommerfell unterscheidet sich vom Feldhasen vor allem durch kürzere Ohren (nicht länger als die Kopflänge) und durch seine selbst im Sommerfell weiss gefärbte Schwanzoberseite.
Die Hasen nach Hause holen

Die Designerin Fiona K bietet auf ihrer Webseite eine wunderschöne Idee an, wie man sich zu Ostern einen stylischen Hasen selbst basteln kann. Die Osterhasen können aktuell mit einem Code gratis auf der Webseite heruntergeladen werden.