Zwergspitzmaus
Sorex minutus
© Rudmer Zwerver / Saxifraga

Lebensraum

Wiese, Obstgärten, Felder
Hecken und Waldränder
Wald

Nach der Etruskerspitzmaus (die nur im Tessin vorkommt) das kleinste Säugetier der Schweiz. Lebt einzelgängerisch mit festem Territorium und ist sehr aggressiv gegenüber Artgenossen. Nutzt deutlich grössere Streifgebiete als die grössere Waldspitzmaus. Ernährt sich hauptsächlich von Spinnen, Weberknechten und Käfern. Jagt ausschliesslich auf der Bodenoberfläche, weshalb Regenwürmer auf dem Speiseplan praktisch fehlen. Fortpflanzungsphase von April – Oktober.

Erkennungsmerkmale 
Rücken und Flanken sind graubraun gefärbt, die Bauchseite ist deutlich heller. Auffällig kleiner Kopf und langer, dicker Schwanz. Am Schwanzende meist ein kleiner Pinsel aus verlängerten Haaren.
Lebensraum 
Besiedelt verschiedenste Lebensräume und Höhenlagen. Wichtig ist eine ausreichende Pflanzendecke als Schutz vor Räubern, da sie keine unterirdischen Gangsysteme benutzt.
Gefährdungsgrad
nicht gefährdet
Ähnliche Arten

Schwer von einer kleinen Waldspitzmaus zu unterscheiden. Bei der Waldspitzmaus sind die Flanken jedoch heller gefärbt als der Rücken und sie haben relativ zur Körpergrösse einen kürzeren, dünneren Schwanz.

Maße 

Kopf-Rumpf-Länge 4.4-6.2 cm,
Schwanz 3.7-4.6 cm, Gewicht 2.5-5  g.

Aktivitätszeit 
Ganzjährig aktiv
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Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
Rastloser Dauerfresser

Die Zwergspitzmaus muss täglich circa 100% ihres eigenen Körpergewichts fressen. Sie kann sich somit nur sehr kurze Ruhepausen gönnen und ist tag- und nachtaktiv. Längere Fresspausen von 2-3 Stunden können schon tödlich sein. Wie alle Spitzmäuse ist sie sehr schwierig zu entdecken, da sie sich bevorzugt in der deckungsreichen Vegetation aufhält. Im Gegensatz zur Waldspitzmaus hält sie sich meist an der Erdoberfläche auf und kann gut klettern. Auch ihre Kugelnester aus Laub, Gras und Moos sind hauptsächlich an der Erdoberfläche zu finden.

Eine ordentliche Unordnung ist lebenswichtig

Alle Spitzmäuse lieben Hecken mit einer dichten Krautschicht, verfilztes Gras, Kompost-, Stein- und Holzhaufen. Dort finden sie Deckung und Plätze für ihre Nester. Lassen Sie im Garten Grasstreifen zum Beispiel entlang von Mäuerchen oder Zäunen stehen. Verschieben Sie Aufräumarbeiten im Garten in den Frühling. Durch diese Massnahmen entstehen viele Verstecke für Kleinsäuger und speziell auch Spitzmäuse. Oder setzen Sie sich in Ihrer Wohnumgebung für eine naturnahe Gartengestaltung ein. Verwenden Sie auf keinen Fall Pestizide im Garten.

Gefahren 
  • Katzen: Katzen erbeuten häufig Spitzmäuse, fressen sie aber nicht, weil sie ihnen nicht schmecken.
  • Fallen: Sichern Sie Orte mit senkrechten Wänden wie Schächte, in die Spitzmäuse hineinfallen können und aus denen sie nicht mehr selber hinausklettern können. Oder bieten Sie Ausstiegshilfen an.
Mehr Informationen

Webseite zu Kleinsäuger.

Schutz der kleinen Säugetiere. Eine Arbeitshilfe. Kanton Aargau. Sondernummer 36, November 2011. (pdf, 12MB)