Waldbrettspiel

Biologie

Das Waldbrettspiel ist eine typische Art der Laub- und Mischwälder.

Die Eier werden einzeln an meist dürre Grashalme gelegt. Wie bei anderen Augenfaltern leben die grünen, fein gestreiften Raupen an verschiedenen Gras- und Seggenarten, etwa an Waldsegge, Riesenschwingel oder Fiederzwenke. Verpuppung an Grashalmen oder anderen Pflanzenteilen in Bodennähe. Falter besuchen Blüten von Kreuzkraut, Goldrute, Hahnenfuß usw., saugen auch gerne an feuchten Bodenstellen.

Lebensraum

Waldart. Verschiedene, bevorzugt laubholzreiche und warme Wälder mit lichten Stellen, Waldränder. Auch im Siedlungsgebiet. Eher standorttreu. 

Gefahren
  • „Herbstputz“:
    Das intensive Zurückschneiden der Vegetation vor dem Winter ist besonders für überwinternde Puppen gefährlich. Die in den Sträuchern und Zweigen versteckten Puppen verlieren dadurch ihren Überwinterungsort und können, gefangen in der Puppenhülle, keinen neuen Ort aufsuchen. 
  • Gärten ohne Nahrung:
    Gärten, die hauptsächlich aus sterilem Rasengrün, Kirschlorbeer- oder Thujahecken und exotischen Zierpflanzen bestehen, sind für unsere Schmetterlinge wertlos, manchmal sogar giftig, und bieten den Raupen keine Lebensgrundlage.
  • Invasive Neophyten und gebietsfremde Pflanzenarten:
    Diese bieten den Schmetterlingen wenig bis keinen Nektar und auch den Raupen keine Nahrungsgrundlage. Sommerflieder, der die Schmetterlinge durch seinen betörenden Geruch anlockt, kann sich negativ auf die Schmetterlingspopulationen auswirken, da er den Raupen keine Nahrung bietet und diese folglich auf dem Sommerflieder verhungern.
  • Intensivierung der Landwirtschaft:
    In einer intensiven Landwirtschaft, finden Wildblumenwiesen und Hecken aus einheimischen Sträuchern nur noch selten einen Platz. Diese Veränderungen wirken sich negativ auf die Schmetterlingsbestände allgemein aus.
Mensch & Tier
Fördermassnahmen

Die wichtigsten Nahrungspflanzen für die Raupen dieser Schmetterlingsart sind verschiedene Grasarten, die Falter mögen Baumsäfte und reifes Obst. Das Erhalten und Pflanzen von Obstbäumen hilft dem schönen Waldbrettspiel, wobei keine Spritzmittel eingesetzt werden sollten.

Viele Möglichkeiten führen zum Schmetterlingsparadies

Sie brauchen jedoch keinen eigenen Garten, um etwas Gutes für die Schmetterlinge zu tun. Wohnen Sie in einer Genossenschaft oder besitzt Ihr Wohngebäude eine Grünanlage? Setzen Sie sich dafür ein, dass der Grünbereich naturnahe bewirtschaftet wird. Dazu zählen das Pflanzen von einheimischen Wildpflanzen, das Ersetzen von Rasenflächen durch artenreiche Wiesenflächen, das Stehenlassen von Blumeninseln, seltenes und gestaffeltes Mähen, sowie der Verzicht auf Pestizide und Herbizide.

Stadtoasen

In der Stadt können Verkehrsinseln, Bahnböschungen und Kiesplätze wahre Schmetterlingsoasen werden. Wildstauden und Wildkräuter locken zahlreiche Schmetterlinge an. 
Selbst auf dem eigenen Balkon kann das Waldbrettspiel gefördert werden. Einheimische, nektarspendende Pflanzen bieten hier nicht nur Schmetterlingen sondern auch Wildbienen Nahrung. Blühende Küchenkräuter wie Thymian oder Schnittlauch sehen nicht nur schön aus, sondern erfreuen auch die Schmetterlinge.

Verschiedene Gräser als Raupennahrung und sonnenbeschiene Flecken sind für das wärmeliebende Waldbrettspiel gern besuchte Orte in der Stadt.
Beobachtungstipps
Beobachtungstipps
Spuren
Grasliebhabende Raupe

Die hellgrüne Raupe des Waldbrettspiels frisst an verschiedenen Gräsern wie der Wald-Segge, dem Wolligen Honiggras oder dem Hain-Rispengras.

Territoriale Falter

Waldbrettspiele findet man in lichten Wäldern, bei denen viel Sonnenlicht bis auf den Waldboden gelangt und warmen Bereichen im Siedlungsraum wie in sonnigen Parkanlagen. Waldbrettspiele fliegen nur selten Blüten an, meistens saugen sie an Baumsäften und reifem Obst. 
Die männlichen Falter zeigen ein Revierverhalten, wobei sie auf erhöhten Beobachtungspositionen andere vorbeifliegende Rivalen zu vertreiben versuchen.

Das Waldbrettspiel findet man oft in lichten Wäldern oder an warmen Stellen im Siedlungsraum. Auf Blumenwiesen sind sie eher selten anzutreffen.
Mehr Informationen

Faltblatt von Pro Natura zum Thema „Schmetterlinge im Garten"

Fachbuch zum Thema vom CSCF: Lepidoptera – Checklist: Die Schmetterlinge der Schweiz. Eine kommentierte, systematisch-faunistische Liste
Autor
SwissLepTeam
Verlag
CSCF & SEG
Schmetterlinge in meinem Garten
Autor
Kremer, Bruno P.
Verlag
Haupt Verlag
Status
bearbeitet
Meta description
Artporträt des Waldbrettspiels mit spannenden Informationen, Beobachtungstipps, Verbreitungskarte und tollen Bildern.

Tagpfauenauge

Biologie

Bewohnt lichten Wald, Waldränder, Waldlichtungen, Hecken, Feuchtgebiete, Flussufer und Gärten. Mobile, vagabundierende Art.

Die Eier werden in Gruppen an die Blattunterseite von Brennnesseln gelegt. Die samtschwarzen Raupen („Tüüfels-Chatze“) leben gesellig in einem Gespinst an Brennnesseln. Verpuppung an der Futterpflanze oder an Felsen, Steinen oder Wurzelstöcken. Falter saugt bevorzugt an Wasserdost, Staudenholunder, Disteln, Flockenblumen und Salweide. Falter überwintern in Wurzelstöcken, Holzbeigen oder Ähnlichem.

Benötigt blütenreiche Staudenfluren mit vielen Brennnesseln.  

Lebensraum

Verschiedene gehölz- und saumreiche Lebensräume

Gefahren
  • Brennnesseln bekämpfen:
    In Gärten und Grünanlagen sind die Brennnesseln, welche für die Raupen wichtige Futterpflanzen sind, nicht gern gesehen und werden meist entfernt. 
  • Gärten ohne Nahrung:
    Gärten, die hauptsächlich aus sterilem Rasengrün, Kirschlorbeer- oder Thujahecken und exotischen Zierpflanzen bestehen, sind für unsere Schmetterlinge wertlos, manchmal sogar giftig, und bieten den Raupen keine Lebensgrundlage.
  • Invasive Neophyten und gebietsfremde Pflanzenarten:
    Diese bieten den Schmetterlingen wenig bis keinen Nektar und auch den Raupen keine Nahrungsgrundlage. Sommerflieder, der die Schmetterlinge durch seinen betörenden Geruch anlockt, kann sich negativ auf die Schmetterlingspopulationen auswirken, da er den Raupen keine Nahrung bietet und diese folglich auf dem Sommerflieder verhungern.
  • Intensivierung der Landwirtschaft:
    In einer intensiven Landwirtschaft, finden Wildblumenwiesen und Hecken aus einheimischen Sträuchern nur noch selten einen Platz. Diese Veränderungen wirken sich negativ auf die Schmetterlingsbestände allgemein aus.
Mensch & Tier
Fördermassnahmen

Die wichtigsten Nahrungspflanzen für die Raupen des Tagpfauenauges sind Brennnesseln. Lassen Sie an einer sonnigen Ecke Brennnesseln für das Tagpfauenauge und für andere Brennnesselliebhaber wie der Kleine Fuchs oder der Admiral stehen.
Die Falter mögen verschiedene Blumen wie Wiesen-Flockenblumen, Disteln oder Wasserdost. Ausserdem setzen sie sich gern auf Fallobst im Garten und saugen den süßen Fruchtsaft.

Viele Möglichkeiten führen zum Schmetterlingsparadies

Sie brauchen jedoch keinen eigenen Garten, um etwas Gutes für die Schmetterlinge zu tun. Wohnen Sie in einer Genossenschaft oder besitzt Ihr Wohngebäude eine Grünanlage? Setzen Sie sich dafür ein, dass der Grünbereich naturnahe bewirtschaftet wird. Dazu zählen das Pflanzen von einheimischen Wildpflanzen, das Ersetzen von Rasenflächen durch artenreiche Wiesenflächen, das Stehenlassen von Blumeninseln, seltenes und gestaffeltes Mähen, sowie der Verzicht auf Pestizide und Herbizide.

Stadtoasen

In der Stadt können Verkehrsinseln, Bahnböschungen und Kiesplätze wahre Schmetterlingsoasen werden. Wildstauden und Wildkräuter locken zahlreiche Schmetterlinge an. 
Selbst auf dem eigenen Balkon kann das Tagpfauenauge gefördert werden. Einheimische, nektarspendende Pflanzen bieten hier nicht nur Schmetterlingen sondern auch Wildbienen Nahrung. Blühende Küchenkräuter wie Thymian oder Schnittlauch sehen nicht nur schön aus, sondern erfreuen auch die Schmetterlinge.

Wildblumenwiesen mit verschiedenen, einheimischen Blumen bieten dem Tagpfauenauge auch mitten in der Stadt eine tolle Lebensgrundlage.
Beobachtungstipps
Beobachtungstipps
Brennnesselliebhaber

Eine wichtige Futterpflanze für die Raupen des Tagpfauenauges sind Brennnesseln. Auf den Brennnesselblättern sind die weiß gepunkteten, schwarzen Raupen des Tagpfauenauges somit gut zu sehen. Manchmal trifft man sie jedoch auf dem Boden an, wenn die Raupen auf der Suche nach Verpuppungsplätzen umherwandern.

Das Tagpfauenauge ist auf Brennnesselblätter als Nahrung angewiesen, damit aus der stacheligen Raupe ein wunderschöner Schmetterling wird.
Schmetterlinge im Abschreckmodus

Die Falter sind nicht mehr so wählerisch wie die Raupen und können auf Huflattich, Disteln, Wasserdost, Klee, Flockenblumen und vielen weiteren Nektarpflanzen beobachtet werden. 
Männchen des Tagpfauenauges verteidigen nachmittags bei warmem Wetter ihre Territorien in der Nähe von geeigneten Eiablageplätzen. Dabei tragen sie Wettkämpfe in der Manövrierfähigkeit mit anderen Männchen aus. 
Als langlebiger Schmetterling hat das Tagpfauenauge eine Strategie gegen Fressfeine entwickelt: In Gefahrensituationen klappen sie ihre Flügel schnell zusammen, wobei ein zischendes Geräusch entsteht und die Augen auf den Flügeln Fressfeinde abschrecken sollen. Die graubraune Flügelunterseite wirkt im geschlossenen Zustand als Tarnung, da sie wie ein verwelktes Blatt aussieht.

Die braune Flügelunterseite, welche zur Tarnung dient, steht im starken Kontrast zur bunten Flügeloberseite.
Mehr Informationen

Faltblatt von Pro Natura zum Thema „Schmetterlinge im Garten"

Fachbuch zum Thema vom CSCF: Lepidoptera – Checklist: Die Schmetterlinge der Schweiz. Eine kommentierte, systematisch-faunistische Liste
Autor
SwissLepTeam
Verlag
CSCF & SEG
Schmetterlinge in meinem Garten
Autor
Kremer, Bruno P.
Verlag
Haupt Verlag
Status
bearbeitet
Meta description
Artporträt des Tagpfauenauges mit spannenden Informationen, Beobachtungstipps, Verbreitungskarte und tollen Bildern.